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Im Schnittbereich Europas und Asiens - 2014
Zwischen Europa und Asien: Bevölkerung und Entwicklung des Südurals von der Vorzeit bis zur Gegenwart 

Internationale Sommerschule
Staatliche Universität Tscheljabinsk

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28.07. – 10.08.2014​​

Kurze Beschreibung

In den Steppenregionen des heutigen Tscheljabinsker Gebiets lebte im zweiten Jahrtausend vor Chr. Geburt eine entwickelte protostädtische, auch unter der Bezeichnung „Land der Städte" bekannte, Zivilisation. Die dieses Territorium besiedelnden Volksstämme betrieben Ackerbau und verwendeten Kupfer- und Bronzewaffen. Die historischen Beweise für die Existenz einer hochentwickelten solchen Kultur sind die paläolitische „Gemäldegalerie" in der Ingnatiev- Höhle und Arkaim- die erst 1987 von Wissenschaftlern der Tscheljabinsker Staatlichen Universität entdeckten Überreste einer kreisförmig angelegten Stadt aus der Bronzezeit.

Bis in die Neuzeit hinein lebten auf dem Territorium des Südurals Turkvölker und Finnougren. Hier verlief im ersten Jahrtausend nach Chr. die Grenze zwischen der Goldenen, der Blauen und der Weißen Horde sowie der Kazaner, Sibirischen und Nogaier Khanate. Später, im 16.-18. Jhr, war die Region die Heimat der Baschkiren und Kasachischer Horden.

Erst im 18. Jahrhundert setzte im Zusammenhang mit dem wachsenden Bedürfnis nach dem im Ural vorhandenen Eisenerz und der von V.N. Tatischew geleiteten Orenburger Expedition sowie der anschließenden Gründung von Werken, Festungen und Städten die russische Kolonisation des Südurals ein. Als ein letztes Aufbegehren gegen die in alle Lebensbereiche eindringende Staatsmacht betrachtet man den weite Teile des Urals erfassenden Pugatschew-Aufstand von 1773-75. Die Niederschlagung dieses Widerstandes, an dem alle in der Region beheimateten Bevölkerungsgruppen teilnahmen, gilt als der Moment der vollendeten Eingliederung des Südurals in das Russische Imperium.

Ein prominentes Zeugnis der Präsenz der Zarenmacht im Südural ist die aus einer kosackischen Grenzfestung hervorgegangene Stadt Troizk, die sich im 19. Jahrhundert zu einer Kaufmannsstadt von damals überregionaler Bedeutung entwickelte. Ebenso dazu zählen die aus Stolz über die gegen Napoleon und die Türken errungenen Siege in „Parizh", „Lejpzig", „Warna" und „Ferschampenuas" umbenannten und heute noch als Kleinstädte existierenden Kosackensiedlungen.

In diese Epoche fällt auch die mit der Gründung von Stahl- und Eisenwerken in Kasli, Kyshtym und Slatoust beginnende Industrialisierung des Südurals. Die abschließende Durchsetzung dieser Entwicklung ist eng mit dem Bau der Eisenbahn und dem Anschluss Tscheljabinsks an die Transsibirische Eisenbahn in den Jahren 1892-1903 verbunden.

Mitte des vorigen Jahrhunderts dann wurden Tscheljabinsk und die während des ersten

Fünfjahreplans errichtete Stadt Magnitogorsk mit der Gründung von u.a.Traktor- , Eisenschmelz- , Eisenverhüttungs- und Maschinenbauwerken zum Zentrum und einem der Symbole der sowjetischen Industrialiserung und Aufrüstung. Zu dieser Entwicklung trug vor allem die Tatsache bei, dass viele im europäischen Teil Russlands angesiedelte Industriekomplexe während des Zweiten Weltkriegs hinter die Frontlinie – in den Ural verlegt wurden. Aus dieser Zeit stammt der Beiname Tscheljabinsks „Tankograd".

Organisatoren

Dr. Olga Jaroschenko, Leiterin der Internationalen Abteilung

Prof. Dr. Andrey Melnikow, Prorektor für wissenschaftliche Arbeit

Kontaktperson

Dr. Natalja Kusnezowa

Stellv. Leiterin der Internationalen Abteilung

Br. Kaschirinych 129, 454001 Tscheljabinsk, Russland

E-Mail: nkusnezowa@csu.ru

Tel: +7 351 799 7216

Fax: +7 351 799 7125​

Daten

Anreise: Sonntag 27.07.2014

Sommerschule: Montag 28.07. 2014- Samstag 09.08. 2014

Abreise: Sonntag, 10.08. 2014​

Anmeldefomular

Zielgruppe

Für die Sommerschule können sich Studierende aller Geisteswissenschaften, vor allem aber der Geschichte, Slavistik, Archäologie und Ethnologie bewerben.​

Anforderungen

Russischkenntnisse sind keine Voraussetzung für die Teilnahme an der Sommerschule. Die Veranstaltungen sowie die Exkursionen werden auf Englisch, Deutsch oder mit Hilfe eines Übersetzers angeboten.​

Teilnehmerzahl

Max. 15​

Kursgebühren

Die Kosten für die Sommerschule betragen 760 € pro Person. Im Preis inbegriffen sind die Kosten für die Vorlesungen, Seminare und die Exkursionen, die Unterkunft im Wohnheim der Staatlichen Universität Tscheljabinsk, das Mittagessen in der Mensa der Universität an den Seminartagen, die Unterkunft und Verpflegung im Camp „Arkaim sowie der Transfer vom Bahnhof/ Flughafen Tscheljabinsk und die Hin- und Rückfahrt nach Arkaim; die Ausstellung und Versendung der Einladung mit Expresspost sowie die Registrierung nach der Einreise und der Abschluss einer zusätzlichen Krankenversicherung für den Dauer des Aufenthalts.

Nicht in die Kursgebühren eingeschlossen sind die Kosten für die Hin- und Rückreise nach/ von Tscheljabinsk sowie eventuell anfallende Visagebühren.​

Bewerbung und Anmeldung

Studierende, die an der Sommerschule "Zwischen Europa und Asien: Bevölkerung und Entwicklung des Südurals von der Vorzeit bis zur Gegenwart"teilnehmen möchten, schicken bitte ein Motivationschreiben (1 Seite), das ausgefüllte Anmeldeformular sowie eine eingescannte Kopie des Reisepasses bis zum 20. Mai 2014 an: Dr. Natalja Kusnezowa, nkusnezowa@csu.ru .

Die ausgewählten Bewerber bekommen von der Sommerschulleitung eine Zusage, mit der sie sich im Rahmen des Programms "Go East" (http://goeast.daad.de) beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) um ein Teilstipendium und eine Reisekostenpauschale bewerben können. 

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Inhalt der Sommerschule

Die Sommerschule „Im Schnittbereich Europas und Asiens: nomadische und sesshafte Kulturen im Südural von der Vorzeit bis zu unseren Zeiten" umfasst zwei Blöcke:

Einen 20-stündigen Russischsprachkurs in getrennten Gruppen für Anfänger und Fortgeschrittene, der zur Eingewöhnung in die Umgebung hauptsächlich in der ersten Woche Tagen stattfindet. Der Schwerpunkt des Kurses liegt auf der Entwicklung der Kommunikationsfähigkeiten und wird von für Russisch als Fremdsprache qualifizierten Hochschullehrern und Dozenten der Fakultät für Linguistik und Translation durchgeführt.

Das inhaltliche Hauptgewicht der Sommerschule ist dem Thema der Entwicklung des historischen Raums Südural von den ersten Zeugnissen menschlicher Zivilisation in dieser Region über deren vollständige Eingliederung ins Russische Imperium während des 18./ 19. Jahrhunderts bis zu dessen Bedeutungsaufschwung als Industrie- und Rüstungszentrum der Sowjetunion Mitte des vorigen Jahrhunderts gewidmet.

Zu diesen Themenkomplexen halten Dozenten der historischen Fakultät auf dem Territorium der Universität sowie im wissenschaftlichen Bildungskomplex für die Erforschung der Natur und des Menschen „Arkaim" Vorlesungen und Seminare und führen themenbegleitende Exkursionen innerhalb von Tscheljabinsk, auf dem Territorium von Arkaim, in den Städten Magnitogorsk, Parizh, Troizk, Slatoust und Satka durch.

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​Während des viertägigen Aufenthalts in Arkaim haben die Teilnehmer darüberhinaus die Möglichkeit sich aktiv mit historischen russischen Traditionen, Festen und Handwerk bekannt zu machen.​

Programmübersicht
TagDatumProgramm
127.07. Sonntag Anreise, Unterbringung im Wohnheim, Stadtrundfahrt, gemeinsames Abendessen
2-428.07. – 0​​1.08./ Montag - FreitagRussischunterricht in der Universität, Einführungsvorlesung „Völker des Südurals, Besuch des Universitätsmuseums, des Heimatkundemuseums und des Museums für „den Arbeits- und Kriegsruhm des Tscheljabinsker Traktorenwerks", kürzere Exkursionen zu den Sehenswürdigkeiten und Erholungsorten innerhalb und von Tscheljabinsk
502.08./ SamstagFahrt nach Ekaterinburg, Besichtigung der Stadt
603.08./ SonntagKulturprogramminTscheljabinsk
7-904.08.-06.08./ Montag-MittwochAufenthalt in Arkaim: Vorlesungen und Seminare, Exkursionen zu den historischen Stätten (der „Kurgan-Temir"-Grabhügel, Überreste der Stadt „Arkaim" aus der Bronzezeit, Museen „Natur und Mensch", „alte Handwerke" Kosackenhaus und Windmühle), Bekanntmachung mit den laufenden archäologischen Ausgrabungen und historischen Traditionen der russischen Kultur. AbfahrtausArkaim, ExkursionnachTroizk, RückkehrnachTscheljabinsk
1007.08./ DonnerstagRussischunterricht. Vorlesung in Geschichte „Völker des Südurals"
1108.08./ FreitagExkursion: Besichtigung von Slatoust und des historischen Wasserwerks bei Satka, Bergwanderung am See Sjuratkul.
12-1309.08.SamstagProjektvorstellung über Arkaim. Verabschiedung von der Universität, Verleihung der Teilnahmezertifikate.
1410.08./ SonntagAbreise

(Änderungen im Programm sind vorbehalten.)​

Zertifikat

Die Teilnehmer erhalten am Ende der Sommerschule ein offizielles Zertifikat der Staatlichen Universität Tscheljabinsk. Es können für die Teilnahme 2 ECTS-Punkt vergeben werden.​

Stadt und Gebiet Tscheljabinsk

Das Tscheljabinsker Gebiet liegt ca. 2000 Kilometer südöstlich von Moskau auf der asiatischen Seite des Urals und ist mit 88,5 Tausend km² ungefähr so groß wie Österreich oder Portugal. Die ursprünglich von Turkvölkern – Baschkiren, Tataren und Kasachen – besiedelte Region ist heute die Heimat von mehr als 100 verschiedenen Nationalitäten. Landschaftlich wird das Gebiet, das sich an der Nahtstelle von Wald, Waldsteppe und Steppe befindet, im Westen durch das Uralgebirge und im Norden durch zahlreiche Seen und Kiefernwälder geprägt. Hier gibt es in der wegen seiner malerischen Landschaft auch „Uraler Schweiz" oder „Land der tausend Seen" genannten Region den mineralogischen Ilmeskij Naturpark und die für ihre Seen, Wälder, Felsen und Höhlen bekannten Nationalparks Sjuratkul und Taganai. Im Osten dominiert die ins Sibirische Tiefland übergehende Waldsteppe und im Süden an der Grenze zum Orenburger Gebiet und Kasachstan die Steppe. Dort befindet sich in der Nähe der Stadt Magnitogorsk das historisch-archäologische Zentrum Arkaim.

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Die Hauptstadt des Gebietes Tscheljabinsk wurde 1736 zunächst als Festung errichtet und erhielt im Jahr 1787 das Stadtrecht. Bedeutung gewann die Stadt jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts, als sie einen Eisenbahnanschluss und damit eine Verbindung nach Moskau und Ekaterinburg erhielt. Heute zählt Tscheljabinsk gut eine Millionen Einwohner und ist ein Rüstungs-, Industrie-und Verkehrszentrum von landesweiter Bedeutung. Gleichzeitig ist die Stadt mit ihren Forschungsinstituten, technischen Zentren, Universitäten, Theatern der Philharmonie, der Bildergalerie und dem Heimatmuseum auch ein regionales Bildungszentrum. Die Hauptsehenswürdigkeiten Tscheljabinsks sind das Theater am Revolutionsplatz, die Alexander-Nevskij-Kathedrale, in der sich ein Orgelsaal befindet, sowie die moderne Fußgängerzone „Kirow-Straße", in der zahlreiche Skulpturen stehen. Als Andenken daran, dass einst die Seidenstraße durch Tscheljabinsk verlief, ist auf dem heutigen Stadtwappen ein mit Waren beladenes Kamel zu sehen.​

Universität und historische Fakultät

Die 1976 gegründete Staatliche Universität Tscheljabinsk ist die erste klassische Universität im Südural und ist heute mit ihren sechs Instituten, 19 Fakultäten, drei Museen sowie ihren Filialien im Tscheljabinsker Gebiet und Kostanai eines der führenden wissenschaftlichen Zentren in der Region.

Weltbekannt ist das zur Universität gehörende Zentrum „Arkaim", welches aufgrund seiner kulturwissenschaftlichen und historischen Bedeutung oft mit der Entdeckung Trojas verglichen wird. Zurzeit arbeiten Wissenschaftler der Staatlichen Universität Tscheljabinsk auf dem Gebiet der historischen Ausgrabungen an der Gründung eines Touristenkomplexes mit ständiger Ausstellung.​

Die heute sieben Lehrstühle zählende historische Fakultät ging 1999 aus der seit der Gründung der Universität bestehenden historisch-philologischen Fakultät hervor.

Die Forschungsschwerpunkte des an der Fakultät seit 1995 bestehenden Lehrstuhls für Archäologie, Ethnografie und soziowissenschaftliche Geschichte liegen u.a. auf folgenden Gebieten: Archäologie der Bronzezeit im Südural, das Phänomen Arkaim, Nomaden in den Steppen des Urals und Kasachstans, die Ethnografie der Völker des Südurals und des Orenburger Kosakenheers.

Darüberhinaus unterhält der Lehrstuhl enge Beziehungen zu dem wissenschaftlichen Bildungskomplex für die Erforschung der Natur und des Menschen „Arkaim".​

An der Universität besteht der Museumsverbund „Staatliche Universität Tscheljabinsk – Arkaim", der das archäologische und das ethnografische Museum der Universität mit dem Museum für Natur und den Menschen „Arkaim" miteinander verbindet.​

Visum

Nach der Bestätigung der Anmeldung erhalten die Teilnehmer eine offizielle Einladung der Staatlichen Universität Tscheljabinsk, mit welcher beim zuständigen Konsulat der RF in Deutschland das Visum beantragt werden kann. Für die Ausstellung der Einladung ist ein noch 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültiger Reisepass oder vorläufiger Reisepass notwendig. Außerdem sind bis zum 20. Mai 2013 folgende Angaben zu machen und per-Mail an die Sommerschulleitung zu schicken:

  • eingescannteKopiedesReisepasses

    - mit Angaben zu: Ausstellungsort, -behörde und –datum des Passes, Geburtsland und –ort, Wohnort und –land, Zeit des Aufenthalts (Einreise- und Ausreisedatum) auf dem Gebiet der RF, Konsulat der RF, wo das Visum beantragt wird.​
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Anreise​

1) Über Moskau:

Mit dem Flugzeug:

Über Moskau-Sheremetevo: mit Aeroflot, 2x täglich,

Über Moskau-Domodedovo: mit S7, 2-3x täglich,​

Mit dem Zug:

Moskau-Kasaner Bahnhof, 1-2x täglich ohne Umsteigen, Fahrtdauer zwischen 35-40 Std., 50-120 Euro (eine Strecke, je nach Klasse und Zug)

2) Über St. Petersburg:

Über St. Petersburg-Pulkovo: mit Rossia, 1x täglich,

Über St. Petersburg Pulkovo: mit Aeroflot, 1x täglich, ​

Unterbringung und Verpflegung

Während des Aufenthalts in Tscheljabinsk (10 Tage): werden die Teilnehmer in Doppelzimmern des Studentenwohnheims der Universität untergebracht. Das Mittagessen erhalten sie in der Universitätsmensa. Auf Wunsch kann man vegetarisches Essen bekommen Frühstück und Abendessen können im Studentenwohnheim (Küche auf der Etage) zubereitet werden. Der Fußweg zur Universität beträgt ca 10 Minuten und das Stadtzentrum ist innerhalb von ca. 15 Minuten mit dem Bus zu erreichen.

Während des Aufenthalts im Lager Arkaim (4 Tage): wohnen die Teilnehmer in Doppelzelten. Matratzen, Isomatten und Schlafsäcke werden zur Verfügung gestellt. Es werden drei Mahlzeiten täglich angeboten. Dusche und Biotoiletten sind vorhanden.​

Medizinische Hinweise

Das Lager in Arkaim ist gegen Zecken bearbeitet. Es wird dennoch empfohlen sich rechtzeitig vor der Abreise (im Juni/ Juli) gegen die durch Zecken übertragbare Frühjahrs- und Sommermeningoenzephalitis impfen zu lassen.

Aufgrund der fünftägigen Exkursion nach Arkaim ist der Abschluss einer zusätzlichen russischen Krankenversicherung nach der Einreise Voraussetzung von Seiten der Universität für das Stattfinden der Sommerschule.

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